1. Adventsonntag 2019 (Besuch beim GEMEC)

Letzten Sonntag hatte meine geliebte Gattin eine Überraschung für mich geplant: Sie wollte gemeinsam mit mir die alljährliche Weihnachts-Modelleisenbahn Ausstellung des GEMEC (Grazer Eisenbahner Modell-Eisenbahn-Club) in Graz besuchen.

Natürlich war ich hocherfreut, dass Sie mit mir mitkam und so stand einem schönen Ausflug nichts mehr im Wege.

Die Anlage des GEMEC befindet sich im Keller des  Traktionsstandorts Graz (Heizhaus) und ist über die Weihnachtstage jeden Samstag von 14 bis 17 Uhr und an den Adventsonntagen sowie am Heiligen Drei König Tag von 10 bis 17 Uhr für interessierte Besucher geöffnet.

Der Club besteht seit dem Jahr 1982 als sich einige Eisenbahnenthusiasten, alle gestandene Eisenbahner, trafen und beschlossen, gemeinsam eine Modellbahnanlage zu erschaffen mit dem Grundsatz richtig viel Betrieb zu machen.

Dies ist ihnen wahrlich gelungen.

Die Entwicklung des Clubs und damit verbunden der Anlage, kann man auf der Clubseite unter der Rubrik Geschichte nachlesen, weshalb ich hier auf die Wiedergabe verzichte. Nur so viel sei noch erwähnt: Die Steuerung erfolgt über Originalstellpulte DRs 50 der ÖBB, die von der ÖBB im Jahre 1986 ausgeschieden wurden und vom Club ergattert werden konnten.

Bewundernswert, mit welchem Eifer und welcher Akribie die Jungs hier arbeiten.

Hier noch einige Bilder, die mit freundlicher Genehmigung aller anwesenden Mitglieder veröffentlicht werden dürfen.

Ich wünsche dem Club und seinen Mitgliedern allzeit „Freie Fahrt“ und bedanke mich bei ihnen und vor allem bei meiner Gattin für diesen besonderen Tag.


Am Gelände des GEMEC befindet sich ein Industriedenkmal, der trotz Denkmalschutz erst nach langem Kampf und mehreren Gerichtsverhandlungen (zuletzt 03. Juni 2004) erhalten gebliebene, und sanierte Wasserturm.

Es handelt sich hierbei um einen Behälterbau aus dem Jahr 1921 nach Entwürfen von Karl Ritter von Ghega, dem Erbauer der Semmeringbahn, in Eisenbetonskelettbauweise mit Füllmauerwerk (diese Konstruktionsart setzte sich nach 1900 im Industriebau durch), der Klärbehälter besteht aus Eisenbeton und geht auf ein nicht realisiertes Ausbauprojekt des Grazer Hauptbahnhofs aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück.

Der an der Westgrenze des Bahnareals stehende Turm ist ein Rundbau, der seine Konstruktionsprinzipien offen zur Schau stellt. Dem System von sechs im Querschnitt rechteckigen Eisenbetonpfeilern, die unter dem Klärbehälter sternförmig zusammenlaufen, sind Zwischenwände aus Mauerwerk eingestellt, deren Fenster- und Türöffnungen mit breiten Putzrahmen und Dreiecksgiebeln versehen sind. Die Eisenbetonpfeiler erweiterten sich im oberen Bereich zu Konsolen zur Aufnahme des ausladenden zylinderförmigen Wasserreservoirs. Ein sehr flaches Kegeldach leitet zum ebenfalls zylindrischen Dachhäuschen mit versprossten Fenstern über, das von einem flachen Glockendach mit einem auf einer Kugel befindlichem Blitzableiter abgeschlossen wird. Im Inneren des Turmes führt eine Eisenwendeltreppe in das Dachhaus, von dem aus ein Einstieg in den rund 400 m3 fassenden Wasserbehälter, in dem das Wasser nach dem Kalk-Soda-Verfahren gereinigt worden war, möglich ist.

Derartige Wassertürme waren bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Bestandteil großer technischer und industrieller Anlagen, wurden jedoch in Folge der technisch-industriellen Entwicklung in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg nutzlos gingen vielfach durch Abbruch verloren.

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