Station 1 Earth Cache Day 2016

Vom Vulkan zum Steinbruch

Heute war es also soweit und das Ziel, das Souvenir EarthCache Day 2016 zu ergattern nahm ihren Anfang. Als erster EC sollte der Cache Opok fallen, danach der Geotrail Kapfenstein und zu guter Letzt hatte ich mir einen im nahe gelegenen Slowenien ausgesucht, mit dem ich mich auch in die Landesliste eintragen konnte. Aber schön der Reihe nach.

Zuerst also ging es auf der A2 Richtung Fehring, aber auf Höhe Laßnitzhöhe überfiel mich ein unbändiger Drang – nein, nicht dieser, sondern der Drang nach einem Cafe! Also flugs raus auf den Rastplatz, einen Cofee to Go gezogen, leider ohne Deckel, und genüßlich den ersten Schluck genommen. Da dieser doch ziemlich heiß war und mir die Zeit lang wurde, einen Blick aufs Handy geworfen und siehe da, hier gab es doch einen Tradi, den ich noch nicht auf meiner Liste hatte. Na dann mal los und wie zufällig hin- und hergeschlendert, neben einem Lieferwagen aus Polen kurz in die Hocke und rasch ins Log eingetragen, schon leuchtete ein Smiley neben diesem Cache.

Nachdem nun mein Cafedrang gestillt war, konnte es endlich weiter gehen. Gleisdorf-Süd, runter von der Piste und ab ins Gelände. Nach, meiner Meinung nach, endlosen Kurven und Rüttelpisten befand ich mich plötzlich in einem Wald. Den laut Listing vorgegebenen Parkplatz lies ich hinter mir und parkte mein Cachemobil gleich nach dem Waldstück auf der grünen Wiese. Das Navi zeigte an, dass der Cache lediglich ein paar Schritte entfernt sei und so ging es raschen Schritts los. AbbaurestSchon von weitem sah ich Blöcke kreuz und quer am Waldrand liegen und ahnte sofort, dass ich mich in unmittelbarer Nähe des Caches befinden musste. Richtig, nun sah ich auch schon Schilder die STOP riefen, denn ich befand mich an der Kante der Vulkanarena, die hier steil abfällt. Also erst mal einen Weg runter gesucht und schon stand ich im Rund der Arena und erspähte auch sogleich das “Kupferbuch”. Kupferbuch

Linkerhand befindet sich eine kleine Waldkapelle, über die leider keine näheren Informationen zu erfahren waren. Nun aber hieß es erstmal die Daten zur Lösung zu sammeln und zu notieren, danach konnte ich mich in Ruhe dem geomantischen Ort widmen.

Wird man sich gewahr, dass in dieser Gegend einst mehr als 40 Vulkane tätig waren und man nun hier faktisch in einem ehemaligen Kratersee steht, so beschleicht einen unweigerlich ein Gefühl der Beklemmung. Bedenkt man aber, dass sich die Menschen diese Überreste als Baumaterial zunutze machten, so kann man den Einfallsreichtum lediglich bewundern. Diese Natursteine wurden bis kurz nach dem 2. Weltkrieg noch als Baumaterial für die Grundmauern von Gebäuden verwendet, ehe der Beton diese Produkte verdrängte. Der Abbau des Gesteins erfolgte hier von oben. Man bohrte Löcher schräg nach unten, bis man auf eine Schichtfläche traf, die zur Spaltung geeignet war. Da der Bohrer lediglich eine Eisenstange mit einer Spitze war, den zwei Männer immer wieder in den Boden rammten, dauerte eine Bohrung für eine Tiefe von 1.6 m zwischen 3 bis 6 Stunden. Um den Stein absprengen zu können, wurden trockene Fichtenstäbe in das Bohrloch versenkt und ununterbrochen mit siedendem Wasser begossen. Durch die Aufquellung wurde ein enormer Druck aufgebaut, der schlussendlich Felsblöcke aus der Wand sprengte. Noch heute kann man die Spuren der Steinbohrer anhand der schrägen Rillen erkennen. Wollte man kleinere Blöcke haben, so wurden Schlitze mit der Spitzhacke geschlagen und in diese Eisenkeile getrieben, die die Quader aus der Wand brachen. Bruchwand

Hier ein paar Bilder von meinem Rundgang durch die Vulkanarena.

Als ich mich wieder auf den Rückweg machte, erblickte ich jemanden, der sich offensichtlich ebenfalls für diesen interessierte. Zu meinem Erstaunen begab sich die Person jedoch nicht zum Kupferbuch sondern ging in Richtung Kapelle. Nach einigen Schritten warf ich einen Blick zurück und sah sie plötzlich vor dem Kupferbuch stehen und etwas in ein Navi tippen. Also rief ich fragend: “Earthcache Day?” Prompt kam lachend die Bejahung und wir plauderten kurz miteinander. Der Cachekollege entpuppte sich Kollegin aus der Weizer Gegend namens moni-wa.

Da ich in dieser Gegend bereits einen Mystery (Vulkanismus und Lehm. #1 of Fehringer) gelöst hatte, der nur noch auf seine Abholung wartete, wollte ich mich nicht länger aufhalten und verabschiedete mich. Aber wie das so ist im Leben, erstens verrenne ich mich dauernd und zweitens trifft man sich mindestens zweimal. Genauso war es auch hier. Als ich mich dem Final des Mystery näherte kam mir besagte Person schon entgegen und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Schnell trugen wir uns in das Logbuch ein und spazierten, uns gemütlich unterhaltend, zu unseren Cachemobilen zurück. Zum Abschied wünschten wir uns ein herzliches ‘Happy hunting’, wirklich ein sehr nettes Zusammentreffen.

Beim Cachemobil angekommen wurden rasch die Koordinaten für die zweite Station meiner Tour ins Navi eingegeben und…

Fortsetzung folgt