Es war einmal ein kleiner ‚mega’…

giga


…der wollte ein ganz ganz großer Event in München, der Heimat der Bayuwaren, werden. Als die Oberen im fernen Seattle sahen, dass die voraussichtlichen Teilnehmerzahlen immer höher stiegen, beschlossen sie, einen neuen Typ zu schaffen. Nach langen Überlegungen kamen sie überein, dass es doch nett wäre, wenn dieser Typ giga hieße und ab einer Teilnehmerzahl von 5.000 als solcher gelten sollte.

Davon hörten die Orgas – so werden jene Wesen genannt, die sich um die Organisation eines solchen Events kümmern – und beschlossen das Volk der Cacher zu mobilisieren um ja den heiß begehrten Titel zu erheischen. Und siehe da, es gelang ihnen tatsächlich die Massen zu mobilisieren und so konnte das allerallererste giga weltweit in Angriff genommen werden.

Was der Schreiber dieser Zeilen dabei mit seinem getreuen Begleiter taube123 erlebte ist der Inhalt der nun folgenden Geschichte.

Da wir also vom weltweit ersten giga vernommen hatten und auch der 16. August ein Samstag war, beschlossen wir, uns diesen Spektakel zu gönnen. Die Tickets für die Bahnreise wurden schon im Mai geordert, ebenso die Eintrittskarten zum eigentlichen Event. Dabei stellte sich heraus, dass das Event Mia san Giga – Ochsenessen leider schon ausverkauft war, genauso erging es uns mit dem Event am Sonntag, dem Mia san Giga – Weisswurstfrühstück im Hofbräuhaus.

Also mussten wir uns wohl oder übel mit dem Hauptevent Project MUNICH2014 – Mia san Giga begnügen. Vorbereitungen unsererseits bedurfte es dazu nicht, aber je näher der Termin rückte, desto häufiger kamen die ‚will attend‚ Nachrichten herein. Insgesamt wurden 6.735 will attend gezählt (Stand: 19.08.2014).

Endlich war es soweit und am 16. August 2014 um 04:15 traten wir, taube123 und ich die Reise an. Zuerst mal mit dem Cachemobil zum Grazer HBF wo das Cachemobil vorläufig in der Obhut einer Tiefgarage verblieb. Die Insassen begaben sich anschließend zum Bahnsteig, genossen noch schnell einen Kaffee und ein Gebäck bevor es ab in den Railjet Richtung München – der Hauptstadt der Bajuwaren, wie man inzwischen weiß – ging. Wie man an den beiden Bildern sehen kann, ertrugen die beiden Protagonisten die Reise mit unterschiedlichem Gemüt.


taube123 ziemlich erschöpft und müde und meine Wenigkeit frisch und munter, das genaue Gegenteil meines Partners.

Nach gefühlten 8 unzähligen Stunden, in Wahrheit waren jedoch lediglich 7:30 vergangen, erreichten wir schlußendlich den HBF München und machten uns sofort auf den Weg unseren ersten Cache in der Hauptstadt der Bajuwaren zu loggen. Und was könnte noch schöner sein als einen bis dato noch nicht absolvierten Cachetyp erlegen zu können, einen WEBCAM Cache, und zwar einen ganz besonderen, den Cache The heart of munich.

Im Webcambild sind die Protagonisten mehr schlecht als recht zu erkennen, deshalb wurde ein Kreis um die beiden gezogen. Der weiße Klecks bin ich und links von mir befindet sich der Täuberich.


Tja da standen wir nun am heimlichen Hauptplatz dieser schönen Stadt, bewunderten das Neue Rathaus, den Fischbrunnen, die Mariensäule und das Glockenspiel im Turm des Neuen Rathaus, das frapierend an das Wiener Rathaus erinnert und…


…wußten nicht wohin. So viele Mitglieder verschiedener Stämme zogen an uns vorbei, rissen in ehrfürchtigem Staunen die Kameras bzw. Handys in die Höhe und lichteten ab was der Shutter hergab. Einige warteten gespannt auf das Erklingen der Melodeien des Glockenspiels und trotzten beharrlich dem einsetzenden Guß von oben. Nein, keiner schüttete sein Nachtgeschäft aus dem Fenster auf die Horde unter ihm wie es in früheren Tagen wohl üblich war, der Gott des Regens hatte einfach kein Erbarmen mit den unzähligen Wandervölkern.

Wollten wir unseren sehr eng gesetzten Zeitplan einhalten war es höchst an der Zeit die Reise fortzusetzen und uns schnurstracks dem Festgelände zu nähern. Schnurstracks ist hier nicht wörtlich zu nehmen, denn einen Knick von 90° gibt es unterwegs schon, aber wozu haben die hier sonst die U-Bahn gebaut, wenn nicht, um damit den Taxifahrern zu entfleuchen?

Mit der U3 ging es also Richtung Olympiazentrum und schon nach 8 Stationen oder nach 20 Minuten standen wir vor der Übersichtskarte des Olympiazentrums.

Sorry, hier sollte eigentlich ein Bild der Karte zu sehen sein. Aber aufgrund einer Abmahnung, obwohl es sich lediglich um einen Vergrößerung des Ausschnitts eines selbst angefertigten Fotos handelte,  musste ich das Bild leider entfernen. Einen herzlichen Dank  für diese drastische Maßnahme.


Nun hieß es nur noch alle Punkte abklappern, die abzuklappern wir uns vorgenommen hatten um unseren Zug zurück in die heimatlichen Gefilde rechtzeitig zu erreichen.

Voller Ehrfurcht glitt mein Blick am Olympiatower entlang, trübte sich aber nach und nach ein, nicht wegen der Tränen der Ehrfurcht, sondern aufgrund des nun stärker einsetzenden Regens, der meinen Sehbehelf – sprich meine Brillen – unter Wasser setzte.

Einige Stationen dieser Cachetour durch den Olympiapark kamen mir vor wie gute alte Freunde, hatte ich doch versucht ihr Rätsel schon von zu Hause aus zu lösen. Oftmals genügte jedoch ein Blick in die Runde, um eine Traube von Cachern auszumachen die mit gezückten Stiften Logbücher von Hand zu Hand reichten.


Das Erklimmen des Olympiaberges ersparte ich uns, denn wir hatten ja schon die Logerlaubnis erhalten nachdem wir alle Fragen korrekt beantworten konnten, obwohl, im Nachhinein betrachtet, ein Ausflug auf sagenhafte 564 Höhenmeter hätte uns Besucher, die aus einem Gebiet kommen das 467 m hoch gelegen ist, sicherlich einiges an Kraft abverlangt.

Raschen Schrittes, die Taube rascher als ich, denn mein Knie rief sich schmerzhaft in Erinnerung, näherten wir uns dem Stadion wo der Hauptevent stattfand und endlich waren wir am Ziel. Das giga hatte uns und wir hatten das erste giga weltweit.

Nach so einer Anstrengung bedurfte es freilich einer Stärkung bevor wir den höchst gelegenen Cache Münchens in Angriff nehmen konnten. Und was eignet sich am Besten wenn man sich in der Welthauptstadt der Biere und Würste befindet? Richtig eine ordentliche Riesenbockwurst, eine ebensolche Bratwurst und natürlich ein Maß Bier. Naja Maß war es zwar nicht, wir waren ja nicht auf dem Oktoberfest, aber geschmeckt hat es allemal.

Zeig doch mal Heinz:


Der Olympiaturm mit seinen 291,28 Metern Höhe und seinem Durchmesser von 28,3 Metern mit seinen 5 Stockwerken und seinem Gewicht von 40.000 t war also unser nächstes Ziel. Als Besonderheit hielt er noch dazu den höchstgelegenen Cache in München für uns bereit. Um uns den nicht entgehen zu lassen stellten wir uns brav in einer Reihe an und warteten bis die Schlange kleiner und kleiner wurde. Endlich waren wir an der Reihe und schwups, ging es auch schon nach oben. In nicht einmal 30 Sekunden erreichten wir die Aussichtsplattform aber die Aussicht wurde leider durch das miese Wetter stark getrübt, wie man ja auch an den Bildern hier sehen kann. Der Regenguß war so stark dass man nur kurz rausrennen konnte, schnell die Kamera oder das Handy nach unten richtete und sofort wieder den Schutz im Inneren suchte. Hier also die leider unvorteilhaften Eindrücke vom Olympiadorf, dem Olympiastadion und dem Olympiasee mit seinem Olympiaberg.


Als wir den Turm nach erfolgtem Log wieder verließen schüttete es wie aus den sprichwörtlichen Kübeln, aber uns rannte die Zeit davon, denn der Zug, der uns wieder nach Hause bringen würde, sollte um 16:18 Uhr den Hauptbahnhof verlassen.

Aber wer mit der Taube unterwegs ist weiß, dass dies kein Hindernis für ihn darstellt und er auf dem Rückweg noch den einen oder anderen Cache unbedingt loggen möchte um sein SOLL zu erfüllen. Dabei kam es aber fast zu einem Zusammenstoß mit einem der Ureinwohner der mit deftigem und überaus lautem Bayrisch seinen Unmut über die vermeintlichen Fahrraddiebe die in seiner Straße ihr Unwesen treiben kundtat. Dies hörte sich ungefähr so an: „Wos schauts denn so deppat drei, ibaroll suachn de Deppn do noch wos und daun san wida die Radln wegga. Verschwindats sunst ruaf i d’Polizei. So wos deppats do. Renna herum wiad Hendl und spechan ibaroll rum.“

Na was soll ich sagen, wir fanden trotzdem unseren Cache und eilten danach zum nächsten. Aber ich drängte schon, denn meines Erachtens hatten wir gerade noch eine halbe Stunde, ehe wir dem Zug nachwinken konnten. Der Täuberich aber nahm die Sache sehr gelassen, absolvierte noch schnell einen Cache, folgte mir aber schlußendlich doch noch und so erreichten wir, dank der schon bekannten U-Bahn, den Hauptbahnhof. Hier aber hatte die Taube das letzte Lachen. Unser Zug hatte nämlich 15 Minuten Verspätung und so warteten wir, relativ entspannt, auf dessen Eintreffen.


Tja die Heimreise verlief ereignislos, in Gedanken ließen wir den Tag Revue passieren und stellten fest: Es hat sich ausgezahlt. Wir waren dabei!

4 Comments on “Es war einmal ein kleiner ‚mega’…”

  1. Beim Lesen deiner Zeilen konnte ich das ganze Geschehen nochmals miterleben.
    Super schöne Fotos.
    Ja, es war ein anstregender Tag, doch wir haben viel gesehen.
    Und nun können wir sagen,
    „Mia san GIGA“
    DANKE für deinen tollen Bericht !!!

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